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Waldwildnis

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Die Felsen und Gipfel des Sensengebirges sorgen für das markante Profil des Nationalparks, den Charakter des Reichraminger Hintergebirges hingegen bestimmt der Wald. Über 20.000 Hektar umfasst der Park, 81% davon sind von Wald bedeckt. Im grünen Meer scheint die Zeit stillzustehen, tatsächlich findet hier ein dramatischer Wandel statt.


Regie: Michael Schlamberger
Kamera: Michael Schlamberger, Rolando Menardi
Schnitt: Andrew Naylor, Lukas Kogler
Ton: Rita Schlamberger, Christian Ghafour
Tonschnitt: Chris Domaille
Tonmischung: Wolfgang Setik, Chris Domaille
Musik: Kurt Adametz

Produziert von ScienceVision für das Besucherzentrum
BIZ Ennstal im Auftrag des Nationalparks Kalkalpen


Das Credo lautet heute 'zurück zur Natur'. Das war nicht immer so. Seit Jahrtausenden wurde der Wald vom Menschen in Anspruch genommen und im Lauf der Geschichte wurde er immer mehr den Bedürfnissen der Bevölkerung - Holz als Rohstoff zu gewinnen - angepasst. Denn die wilden, ursprünglich kaum zugänglichen Bergwälder des Nationalpark Kalkalpen liegen mitten im Kernland der österreichischen Eisenindustrie. Mehr als tausend Jahre lang lieferten sie den Brennstoff für die Verhüttung des Eisens aus unzähligen kleinen Bergwerken der Region, vor allem aber vom steirischen Erzberg.


Die Auswirkungen der Jahrhunderte langen forstlichen Nutzung sind noch in vielen Teilen des Nationalparks sichtbar. Die Fichte - als schnell wachsendes Nutzholz - hat die Wälder nachhaltig verändert. Viele Arten, wie etwa die Buchen und Tannen, wurden verdrängt, Mischwälder verwandelten sich in Monokulturen. Aber der Wandel hat längst begonnen. Mit der Gründung des Nationalparks kam auch das Ende der Forstwirtschaft alten Stils. Auf zehntausend Hektar zusammenhängender Fläche schweigen heute die Motorsägen. Kahlschläge und Monokulturen sind passé, die Devise heißt mehr Laubhölzer und Mischwald.


Vor der Eröffnung des Parks konnte man auf die Rückkehr der großen Raubtiere nur hoffen, heute ist es gewiss: Es leben wieder Luchse im Wald. Luchse sind extrem scheu.
Mit Glück können Wanderer ihre Spuren sehen, mehr nicht. Große Jäger sind mehr als alle anderen Tierarten auf unberührte Wälder und ausgedehnte Reviere angewiesen. Deshalb sind Luchse in Mitteleuropa fast ausgestorben.


Den Braunbären erging es ähnlich wie den Luchsen - bis sie in Österreich mit großem Aufwand wieder eingebürgert wurden. Im Nationalpark Kalkalpen sind Braunbären allenfalls Gäste, die gelegentlich durch das Gebiet streifen. Bären und Luchse werden wohl rar bleiben, aber sie setzen ein Zeichen: Wo sie sich wohl fühlen, ist auch der Wald am richtigen Weg zurück zur Natur.


Geduld ist sicher gefragt, aber die Arbeit hat sich bereits gelohnt, denn es ist schon viel erreicht. Wo früher Holz in den Klausen schwamm und die Waldbahn fuhr, kann man bereits heute auf Wegen im Wald, an Bächen und Schluchten bis hinauf zu den Almen den Zauber der alten Märchenwälder genießen. Der Nationalpark Kalkalpen ist auf dem besten Weg zurück zur Waldwildnis.




Fotos: Copyright by ScienceVision

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