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Alpenseen - Stille Schönheit

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Berge und Wasser sind die größten Reichtümer Österreichs. Quellen, Bäche, Teiche, Seen und Flüsse haben über Tausende von Jahren unsere Landschaft geformt. Der Film zeigt die Wege des Wassers - vom Gletscher ins Tal und durch die Berge zur Quelle und beschreibt die Schönheit der naturbelassenen, kleineren Seen mit ihrer faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt. Jedem wildromantischen Alpensee ist eine spezielle Geschichte eigen. Ob als unberührter Naturraum, als Erholungsgebiet für Menschen, als Wasserspeicher in alpinen Regionen, sind sie einem ständigen Wandel unterzogen und stellen nur vermeintlich stille Seenlandschaften dar…


Buch & Regie: Waltraud Paschinger, Erich Pröll
Kamera: Erich Pröll, Hubert Doppler
Schnitt: Sonja Lesowsky
Tonmischung: Stefan K. Fiedler, Cornelius Wildner
Musik: Kurt Adametz

Eine Erich Pröll-Film Produktion für ORF in Zusammenarbeit mit ÖBf


Neben der wildromantischen Natur ist jedem österreichischen Alpensee eine Geschichte zu eigen - sie erzählt von verwunschenen Felsen, spektakulären Unterwasserwelten, Drachen, uralten Fischarten, aber auch von Höhlenforschern und der modernen Wissenschaft. Die vielfach ausgezeichneten Naturfilmer Waltraud Paschinger und Erich Pröll sind dieser Geschichte für 'Alpenseen - Stille Schönheit', eine Koproduktion von ORF, Erich Pröll Film, Österreichische Bundesforste AG in Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft/Lebensministerium.at, nachgegangen.



Molche - Kannibalen mit besonderer Fußtechnik
Seit den Dreharbeiten zu dieser Dokumentation sind Paschinger und Pröll um einige Erfahrungen reicher. 'Will man, dass ein Bergmolch geht, muss man ihn zuerst mit den Vorderbeinen, dann mit den Hinterbeinen zu Boden setzten. Möchte man, dass er stehen bleibt muss man ihn zuerst mit den Hinterbeinen zu Boden setzen, dann erst kommen die vorderen', erzählt Paschinger über die kleinen Stars, die durch den Film führen. Mit dem Nachsatz: 'Das gilt aber vielleicht auch nur für unsere Filmbergmolche.' Auch eine Dissertation muss in Teilen wohl korrigiert werden: Pröll: 'Die Molche haben mich geschafft - im heurigen heißen Sommer - draußen herrliches Wetter, 35 Grad Hitze. Ich mit Haube, Rollkragenpullover, Handschuhe im eiskalten Kühlhaus der Uni Salzburg um die extremen Nahaufnahmen von den Molchen, zum Beispiel vom Balzen, von der Eiablage und vom Schlüpfen der Jungen zu machen.
Dr. Robert Schabetsberger, der seine Dissertation über diese Viecher schrieb, erklärte, dass die Molche keine Kannibalen sind und die Jungen nicht fressen. Die Kamera lief und während er dies erkläre, fraß ein ausgewachsener Molch eine Larve, gleich darauf die nächste. Ich zeigte es Robert am Monitor - er konnte es nicht glauben.'Murmeltiere - Bettler mit hinterhältiger Taktik
Für Nahaufnahmen von den extrem scheuen Murmeltieren wählten Pröll und Paschinger den Großglockner aus, wo diese possierlichen Tiere von Touristen gefüttert werden. Von der Straße aus werden über einen steilen Hang Brotstückchen zugeworfen. Die Nager wagen sich dann in Entfernungen von 40 bis 50 Metern aus ihrem Bau. 'Ich pirschte mich mit Stativ und langem Tele-Objektiv an und bekam einige ganz gute Aufnahmen, doch nicht im natürlichen Verhalten. Ein Mitarbeiter von der Straßenverwaltung gab mir einen Tipp, wie ich an anderer Stelle weitere, weniger scheue Murmeltiere aufnehmen könnte. Ich ging mit ihm über den Berghang und auf einer idealen Stelle mit schönen Berggipfeln im Hintergrund stellte ich die Kamera auf, ganz tief, damit ich mich dahinter hinknien konnte.


Das erste Murmel tauchte in 15 Metern Entfernung auf, gleich darauf ein Zweites. Die Kamera lief, super Bilder, Nahaufnahmen vom Kopf, Details. Ich wurde am Rücken angestupst und ich flüsterte zurück, dass der Mann sich ganz ruhig verhalten soll, damit er die scheuen Tiere nicht vertreibt. Die Kamera lief. Ich wurde weiter angestupst, schaute genervt zurück und da bemerkte ich, dass es nicht der Mann war, sondern zwei Murmeltiere, die sich hoch aufrichteten und mit ihren Pfoten bettelten“, weiß Pröll von frechen Exemplaren der Spezies Murmeltier zu berichten.



Mönche - Fischfreunde mit unfrommen Späßen
Auf der Tauplitz wurden historische Szenen aus dem 13. Jahrhundert nachgestellt, in denen zwei 'Mönche' mit Pferden Fische in Fässern in hochgelegene Bergseen bringen. Erich Pröll: 'Als ich mit der Kamera in Position war und die als Franziskaner in Kutten verkleideten Darsteller aus ein paar Hundert Metern Entfernung mit ihren Pferden entgegen kamen, tauchten hinter mir zwei Klosterschwestern auf, die sich sehr freuten und meinten: 'Ist das schön, man sieht eh schon so selten die Franziskaner.' Als 'Bruder Raimund', ein Pferdestallbesitzer von der Tauplitz-Alm, der aufgrund seines Aussehens die ideale Mönchsbesetzung war, seine unfrommen Späße machte, waren unsere Franziskaner enttarnt.' Und Waltraud Paschinger ergänzt: 'Bei dieser Szene haben wir auch erlebt wie schwierig der Transport der Fische in die Berge war. Uns sind die Holzfässer beim Drehen nicht nur einmal vom Pferd gefallen, sondern etliche Male den Hang hinuntergerollt - wir hätten keinen einzigen Fisch heil in die Berge gebracht.'



Höhlentauchen - Mutprobe mit erhöhter Pulsfrequenz
Gute Nerven sind beim Höhlentauchen notwendig. Selbst ein erfahrener Taucher wie Erich Pröll wird dabei nervös: 'Beim Höhlentauchen im Kessel bei Hallstatt tauchte ich mit der großen, 70 Kilogramm schweren Kamera voraus in die engen Gänge, gefolgt von drei Höhlentauchern. Das sechs Grad kalte Wasser ließ einen Scheinwerfer ausfallen und ich musste zurück. Da man in einer Höhle nicht auftauchen kann, muss der ganze Weg wieder zurückgetaucht werden. Aus mangelnder Routine kam es dann immer wieder vor, dass ich ziemlich nervös wurde und der Puls raste. Ich konnte nur dem unmittelbar hinter mir Tauchenden durch Zeichen erklären, dass ich hinaus muss. Der wiederum gab das Kommando weiter und dieser der Dritten. Bis alle aus der Höhle waren und ich den Akku wechseln konnte und wir wieder an der Stelle waren, wo wir zu filmen aufgehört haben, verging über eine Stunde.'



Fotos: Copyright by ep-film

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