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Napoli Dogs - Bartolo der Streuner

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Bella Napoli!
Eine unverwechselbare Stadt – besonders für Hundenasen. Das ist Bartolo, der Streuner, il Vagabondo. Bartolo liebt die Freiheit der Straße. Aber er sehnt sich auch nach Geborgenheit. Auch Bartolo hatte einst ein wunderschönes Zuhause - doch übermütig wie junge Hunde einmal sind hat er die Lieblingsschuhe der Hausfrau zerlegt und sich den Ärger des Patrone zugezogen. Bartolo musste sein geliebtes Heim verlassen. So begann sein Leben auf der Strasse.


Buch & Regie: Barbara Fally-Puskás
Kamera: Stefano Pancaldi
Schnitt: Jörg Achatz
Ton: Davide Aliperti
Tonschnitt: Michaela Müllner
Tonmischung: Eckart Goebel
Musik: Kurt Adametz

Eine Koproduktion von ORF und epo-film in Zusammenarbeit mit WRD, NDR, Boréales Paris und d4-roma


Fast eineinhalb Millionen Menschen leben in der wundervollen Stadt am Fuße des Vesuv. Die Zahl der Straßenhunde? Vielleicht zehntausend? Nicht gerade Dolce Vita - von allen Seiten droht Gefahr. In Neapel geht der einzelne unter. Jeder Mensch braucht eine ´Familia´ - und ein Hund ein Rudel. Der kleine Bartolo hatte Glück. Die ´Napoli Dogs´, die berüchtigte Hundebande, hat ihn aufgenommen. Von seinen Freunden hat er gelernt, den harten Alltag zu bewältigen.


Wenn die Stadt aus dem Mittagsschlaf erwacht, ziehen die Napolis in die Innenstadt. Der direkte Weg führt mitten durch die Galleria Umberto Primo. Hier sehen die ´Napoli Dogs´ selbst die tierfreundlichen Neapolitaner nicht gerne. Denn wenn der erste Rüde seine Duftmarke setzt, hebt an dieser Stelle jeder Macho sein Bein.


Hinter der Galeria liegt das Napoli, wie es Straßenhunde lieben. Chaotisch und unübersichtlich. Neapel hat viele Gesichter. Im Centro liegen die engen Gassen der Altstadt, die Prachtbauten und die Elendviertel. Dort unten spielt sich das Leben ab. Oben am Vomero residieren die Reichen, die Créme de la Créme Neapel’s. Eine Villa teurer als die andere.


Doch Bartolo liebt gerade diesen Teil Neapels. Tatsächlich ist das Viertel aber besser als sein Ruf. Die Menschen leben hier in ärmlichsten Verhältnissen. Viele sind schlimmer dran als die meisten der Straßenhunde.


Aber die Neapolitaner machen aus allem das Beste. Darin sind sie wahre Meister. Sie halten zusammen, sind zuvorkommend und hilfsbereit. Und sie haben ein großes Herz - auch für herrenlose Hunde wie Bartolo.


Die ´Napoli Dogs´ sind die ganze Nacht unterwegs. Sobald der Tag anbricht und der Lärmpegel der Stadt anschwillt, legen sie sich zur wohlverdienten Ruhe. ´Schlafende Hunde soll man nicht wecken!´ - sagte einst Brutus. Der kam sicher aus Neapel. Die ´Napoli Dogs´ sind die ganze Nacht unterwegs. Sobald der Tag anbricht und der Lärmpegel der Stadt anschwillt, legen sie sich zur wohlverdienten Ruhe. ´Schlafende Hunde soll man nicht wecken!´ - sagte einst Brutus. Der kam sicher aus Neapel.


Während sich die Vierbeiner eine Auszeit gönnen, strömen die Menschen wieder aus ihren Häusern und beginnen das Tagwerk. Nur Bartolo kann sich mit dem hektischen Gewühl einfach nicht anfreunden. Er hat das Leben auf der Strasse satt und sehnt sich nach geordneten Verhältnissen.


Seit längerem verfolgt Bartolo die Fährte einer Hündin aus bestem Haus. Eines Tages gelingt es ihm, ihr bis auf die Fähre nach Capri auf den Fersen zu bleiben. Das Zuhause der Hündin übertrifft alle Erwartungen. Himmlisch - ein Paradies von dem Bartolo nicht einmal zu träumen wagte.


Die Insel ist zauberhaft- keine Frage: Ein prachtvolles Haus mit Garten neben dem anderen... ein Anblick zum Verlieben. Abseits der Touristenpfade ist Capri eine verschlafene Schönheit und die Capresen unternehmen auch alles, damit es so bleibt. Nur Auserwählte dürfen sich hier ansiedeln. Bartolo hat keine Ahnung, wie viele Menschen seinen Traum teilen.


Er sehnt sich nur nach einem gepflegten Heim. Hoffentlich hat die Familie mit dem zerzausten Straßenhund erbarmen. Er markiert den Schwachen und Armen – bei den Mädchen zieht die Mitleidsmasche. Auch Papa & Mama können seinem hinreißend treuherzigen Blick auf Dauer nicht widerstehen. So wird Bartolo Teil dieser Familie. Der Streuner kann sein Glück nicht fassen. Träumt er? Oder hat er tatsächlich das Paradies betreten?


Tja lieber Bartolo, das ist der Preis für ein schönes Zuhause. Shampoos sind wirklich das letzte für eine feine Hundenase! Nun steht er da wie ein begossener Pudel. Fest schütteln, das mögen die Zweibeiner gar nicht. Abtrocknen - das gehört dazu! Autsch - Drahtbürsten! Aber Schönheit muss eben leiden. Und Krallenschneiden! Brrrrr!


Aber Bartolo hat erreicht, was er wollte: eine Villa feudale, wo es an nichts fehlt - mit Familienanschluss. Leider - dazu gehört auch das Spiel mit Quietschpuppen. So ein Kinderkram! Langsam beschleichen ihn Zweifel.


Bartolo vermisst die Abenteuer ... seine Freunde … und das Meer. So quälend die Sehnsucht nach Geborgenheit war - so quälend ist jetzt die Sehnsucht nach Freiheit. Hier hat alles seine Ordnung. Die Mutter kocht, ... der Vater öffnet den Wein ... und die Kinder sind artig und helfen beim Tischdecken. Wie langweilig!


´Wenn bei Capri die Rote Sonne im Meer versinkt ...´ wie romantisch! Auch ein goldener Käfig ist ein Käfig. Bartolo hat sich das Paradies anders vorgestellt. Während die Familie den Abend und die heile Welt genießt, will Bartolo nichts als abhauen.


Auf Capri ist kein Platz für einen abenteuerlustigen Straßenköter. Bartolo muss zurück ins Chaos seiner Heimatstadt. Aber werden ihn die ´Napoli Dogs´ wieder aufnehmen? Ohne seine Freunde ist er verloren.


Die Stadt ist heute seltsam ruhig. Die Geschäfte geschlossen, kein Verkehr, kein Hupen. Wer kann, zieht an diesem heiligen Festtag zum Dom. In seinen Gemäuern wartet das Volk gespannt auf das Mirakel des San Gennaro, des Stadtpatrons.


San Gennaro kann Wunder vollbringen. Auch 600 Jahre nach seinem Märtyrertod, bei dem ein paar Tropfen seines Blutes aufgefangen wurden. Und um dieses Blut geht es noch heute. Wenn San Gennaro es gut mit Neapel und seinen Bewohnern meint, lässt er sein Blut flüssig werden. Ist er verärgert, lässt er die Gemeinde vergeblich auf das Mirakel warten. Ein Ausbleiben des Wunders hätte verheerende Folgen: Der Vesuv könnte ausbrechen, ein Erdbeben die Stadt erschüttern … nicht auszudenken...


Bartolo hätte keinen besseren Zeitpunkt für seine Rückkehr erwischen können. Um San Gennaro günstig zu stimmen, sind die Menschen heute außergewöhnlich freundlich und großzügig. Jeder will noch schnell etwas Gutes tun- und sei es nur einem Straßenhund.


Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf die Monstranz mit dem kleinen Gefäß, indem sich das Blut befindet. Vor ein paar Jahren ließ San Gennaro die Menschen viele Stunden auf das Wunder warten. Damals durften sogar die Hunde in den Dom.


Dank sei dem Himmel und all seinen Engeln! Das Blut ist tatsächlich flüssig geworden! San Gennaro hat uns nicht vergessen. ´Il Mirakolo´ ist vollbracht und Neapel gerettet.
Auch Bartolo findet wieder sein Rudel und wird von seinen Freunden sofort freudig begrüßt. Es wird ein gutes Jahr - auch für Neapels Straßenhunde. Bartolo, ja der weiß jetzt endgültig, wohin er gehört: zu den ´Napoli Dogs´!



Fotos: Copyright by epo-film

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