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Geheimnis der Gärten

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Gartenanlagen spiegeln die Philosophie ihrer Besitzer, deren Wille nach Gestaltung und der Sehnsucht nach Schönheit wider. Doch die Natur hat ihre eigenen Gesetze, schafft sich auch im geordneten Garten immer wieder Raum für Überraschungen und Wunder. Der Film folgt dem Zauber des monumentalen Repräsentationsgartens des Schlosses Schönbrunn, des nur sanft gelenkten Phantasiegartens von André Heller in Gardone am Gardasee und des liebevoll gepflegten Naturgartens eines Gartenenthusiasten.


Regie: Klaus T. Steindl
Buch: Gerhard J. Rekel
Kamera: Harald Mittermüller, Wolfgang Thaler, Stefan Mussil
Schnit: Charlotte Müllner, Michaela Müllner
Ton: Bernhard Schmid
Tonmischung: Hans Wiesinger
Musik: Kurt Adametz

Eine epo-film Produktion im Auftrag des ORF


Heller selbst meint dazu: „Es ist eine merkwürdige Sehnsucht der Botaniker, dass sie Ghettos schaffen wollen - hier ist der Süden und hier der Norden, hier ist Japan und da die Alpensammlung. Ich wollte eher New York und so gibt es bei mir Amazonas neben Edelweiß, daneben ein Stück Atlasgebirge und dazwischen ein Stück Salzkammergut...“.


Der dritte Garten, der im Film gezeigt wird, ist ein liebevoll und enthusiastisch gepflegter Privatgarten. Dieser Garten ist ein „erweitertes Wohnzimmer“, ein gestalteter Lebensraum im Freien, ein „Mini-Park“, aus dem die Besitzer Kraft und Freude schöpfen können. Wie ein Wohnzimmer wurde der Flecken Erde nach eigenen Vorstellungen und Wünschen gestaltet und eingerichtet. Doch die „Einrichtung“ sind Lebewesen, die ständiger Pflege bedürfen. Die Arbeit im Garten ist für die Besitzer ein ständiger Dialog, eine kontemplative Tätigkeit, die an sich schon Befriedigung bringt und bei der nicht der Wunsch nach einer repräsentativen Gesamtwirkung im Vordergrund steht, sondern die Freude am Detail. In all diesen Gärten spielen sich jedoch abseits der gewollten Ordnung und der offen sichtbaren Schönheit Abenteuer und Dramen ab, an denen der Besucher meist achtlos vorübergeht. Sogar im streng regulierten Prachtgarten von Schönbrunn ereignen sich unbemerkt neben den Touristen geheime Tragödien oder Glücksfälle im Tierreich. Sie wurden für diese Dokumentation in aufsehenerregenden Bildern eingefangen: Die Paarung von Hirschkäfern etwa, oder die Jagd einer Äskulapnatter nach Nahrung. Die Natter fängt eine Maus, erdrückt und verschlingt sie - eine Szene, wie sie noch nie zuvor gefilmt wurde und die sich mitten im Park von Schönbrunn abspielte.


Ein Blick in frisch umgestochene Gartenerde eröffnet neue Dimensionen, die sonst dem Auge verborgen bleiben: Eine Maulwurfsgrille, die nach Futter sucht, findet eine wahre Delikatesse und verspeist sie - einen Regenwurm, der sich kurz zuvor in die Erde vergraben hat. Oder die mörderische Fahrt eines Rasenmähers, der bei jeder Umdrehung seines Messers eine große Menge von Kleinlebewesen vernichtet, die im Rasen leben.


Gärten sind ein eigener Mikrokosmos, ein Spiegel der Natur im überschaubaren Rahmen. Hier liegt die wahre Faszination, die Wahrheit und Echtheit des Lebens, auf die der Mensch bei allem Ordnungswillen nur beschränkt Einfluß nehmen kann - oder, wie Heller einmal sagte: 'Hier draußen ist nur die Wahrheit. Es gibt keine Orchidee und kein Gänseblümchen, das lügt'.


Der Tod und das Leben sind hier keine Gegensätze: Der Tod einer Pflanze oder eines Baums bringt wieder Platz für neues Leben und die Gesamtwirkung des Gartens ist anders als in Schönbrunn, durch diesen natürlichen Wandel nie gestört.



Fotos: Copyright by epo-film

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