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Ur-Amazonas
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Der Amazonas, längster Fluss der Erde, birgt ein erdgeschichtliches Geheimnis. Obwohl sich unzählige Forscher mit großangelegten Expeditionen aufmachten, um seine Quellen zu suchen, blieb der Ursprung des Giganten lange unbekannt. Der Paläontologe Gero Hillmer und der Biologe Sepp Friedhuber glauben jetzt dieses Rätsel gelöst zu haben. Nicht in Peru oder Ecuador muss man ihrer Meinung nach suchen, sondern im Herzen der Sahara. Schon vor 100 Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass die Küstenlinien Afrikas und Südamerikas wie zwei Puzzleteile zusammenpassen und die beiden Kontinente einst eine gemeinsame Landmasse bildeten.


Buch und Regie: Herbert Habersack, Sepp Friedhuber
Kamera: Heinzi Brandner, Josef Neuper
Schnitt: Martin Biribauer
Ton: Joe Knauer
Tonmischung: Stefan K. Fiedler
Musik: Kurt Adametz

Eine epo-film Produktion für ORF in Zusammenarbeit mit ZDF, DocStar, Canal + und bm:bwk


Die beiden Forscher Hillmer und Friedhuber glauben nun, dass der Ur-Amazonas den Riesenkontinent durchströmte und ursprünglich im heutigen Afrika seine Quellen hatte. Diese faszinierende Theorie wird zum Ausgangspunkt einer abenteuerlichen Reise von den Anden bis in die Sahara. Auf ihrer Spurensuche tauchen die beiden Forscher in 200 Millionen Jahre Erdgeschichte ein. Weit ab von der Zivilisation reisen sie 14.000 Kilometer mit Jeep und Boot durch den tropischen Regenwald und die Wüste, um die Quellen des mächtigen Stroms zu finden. Aufnahmen aus der Luft von einem Ultralightflugzeug geben ihnen dafür wichtige Hinweise. Selbst gefährliches Terrain wie Minenfelder im Grenzgebiet zwischen Lybien und dem Tschad sind kein Hindernis für ihre detektivische Arbeit.


Die beschwerliche Reise ist erfolgreich: Gero Hillmer und Sepp Friedhuber finden Beweise für ihre 'verrückte' Theorie. Der außergewöhnliche Fund eines Meso-Saurus zeigt, dass der Riesenkontinent schon vor 200 Millionen Jahren existierte und gewaltige geologische Prozesse den Ur-Kontinent und den Amazonas zerbrachen. Die Forscher finden heraus, warum einstige Meeresbewohner wie Haie, Delphine und Rochen den Amazonas bevölkern - tausend Kilometer von der Küste entfernt. Höhepunkte ihrer Reise ist die Entdeckung der Quellen des Ur-Amazonas mitten in der Wüste. Dort leben noch sechs Krokodile, 1500 Kilometer von ihren nächsten Verwandten getrennt. Sie sind die letzten lebenden Zeugen einer erdgeschichtlichen Revolution, die vor 120 Millionen Jahren stattgefunden hat.


Das markanteste Relikt des Uramazonas in Afrika ist der Tschadsee, mit 36.000 km2 ein veritables Binnenmeer. Vom Tschadsee dringen die Forscher entlang des Stromverlaufs nach Nordosten vor und entdecken die Quelle des Uramazonas im trockenen Herzen der Sahara. Eine tiefe Schlucht im Ennedi Gebirge an der Grenze zum Sudan führt noch auf mehrere hundert Meter Wasser. Hier entdecken die Forscher ein weiteres Indiz für den Klimawandel: die letzten Wüstenkrokodile der zentralen Sahara. Nur noch fünf Exemplare haben überlebt, hunderte Kilometer isoliert von ihren Artverwandten. Die letzten lebenden Zeugen einer fruchtbaren Vergangenheit. Optischer Höhepunkt der Expedition ist jedoch die Seenlandschaft von Ounianga: Verschiedenfärbige, palmenumrahmte Seen inmitten der lebensfeindlichen Wüste. Sie sind Reste des Paläo-Tschad, dessen heutige Ufer tausend Kilometer südlich liegen.


Die faszinierende Expedition in die Erdgeschichte gibt der provokanten Frage nach dem Ursprung des Amazonas neuen Sinn: Sepp Friedhuber, Biologe aus Österreich und Gero Hillmer, Doyen der deutschen Geologie, versuchen ihre revolutionären Thesen zu beweisen, wonach der Uramazonas einst von seinem historischen Quellgebiet im Zentrum der Sahara über 14.000 km nach Westen floß. Es ist eine Reise in eine Epoche, als Südamerika und Afrika noch einen gemeinsamen Kontinent bildeten. Nach dem Auseinanderbrechen des Gondwana Kontinents vor 130 Millionen Jahren zerriß das Stromband des Uramazonas in einen afrikanischen und in einen südamerikanischen Teil, der immer noch nach Westen floß. Aber die driftbedingte Auffaltung der Anden blockierte den Lauf des Stromes und ließ vor sechs Millionen Jahren den südamerikanischen Amazonas seine Richtung umkehren, sodaß er heute in den Atlantik mündet.

Fotos: Copyright by Sepp Friedhuber

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