Deutsch | English

   » UNIVERSUM
   » Dokumentation
   » IMAX Film


   » News
     
Die Alpen - Im Reich des Steinadlers
zu den Videos

Get the Flash Player to see this player.


→ music download    → shop

1.200 Kilometer mächtige Ketten aus Gestein formen das berühmteste Gebirge der Welt. Bei Nizza aus dem Meer gehoben, zugespitzt zu zehntausenden Zinnen, klingen die Alpen südlich von Wien wieder aus. Dazwischen erstreckt sich in weitem Bogen eine faszinierendeWelt - vertraut durch legendäre Gipfel, überraschend in ihrer natürlichen Vielfalt. Durch den opulenten Einsatz von Zeitrafferkameras, Flugaufnahmen und filmischen Spezialequipment entstand in mehr als fünf Jahren Produktionszeit ein völlig neuartiger Blick auf die alpine Welt mit ihren himmelstürmenden Spitzen und stillen Geheimnissen.


Regie: Michael Schlamberger
Buch: Michael Schlamberger, Norbert Winding,
Klaus Feichtenberger
Kamera: Michael Schlamberger, Rolando Menardi
Schnitt: Andrew Naylor
Ton: Rita Schlamberger, Jörg Goldbrunner, Paul Clark
Tonmischung: Richard Crosby, Andrew Wilson,
Werner Mühlbauer
Solistin: Christina Zurbrügg
Musik: Kurt Adametz

Eine Koproduktion von ORF, ZDF, Canal+, Docstar, Discovery Channel, Cine Tirol und RTV Slovenija


Gipfelstürmer

In den Gipfelregionen der Alpen herrschen extreme Bedingungen, die ein Überleben nur spezifisch angepaßten Spezialisten des Pflanzen- und Tierreichs ermöglichen. Beißende Kälte, eisige Winde, lebensfeindliche UV-Strahlung und geringer Sauerstoffgehalt in der Luft stellen für jeden Organismus limitierende Faktoren dar. Dicke Isolationsschichten, dichte Behaarung und Befiederung, erhöhte Einlagerung von Pigmenten für eine bessere Energieaufnahme und UV-Schutz, Vermehrung der roten Blutkörperchen, sind physiologische Anpassungen an die höchste Etage Europas. Der saisonal kurzen Phase des Wachstums und der Vermehrung des Sommers trotzen die Gipfelstürmer des Tierreichs mit einem hohem Lebensalter und einem energiesparenden Verhalten.


Verbündete des Winters
Der Winter in den Alpen ist schön, aber schwer zu ertragen. Wer hier überleben will braucht ein spezielles Kälteschutzprogramm und einen ausgeprägten Hang zum frostigen Milieu. Manch tierische Alpinisten nehmen die klirrende Kälte nicht nur hin, sie scheinen auch einen Vorteil daraus zu ziehen. Schneehase und Schneehuhn sind aufgrund ihrer äußerlichen Anpassung leicht als Wintergewinnler zu erkennen. Das schneeweiße Winterfell bzw. -gefieder verschmilzt nicht nur mit der Umgebung sondern ist auch noch besonders dicht und deshalb wärmedämmend. Die Schneemaus lebt in einem Gangsystem unter der dicken Schneeschicht und kann so in einer Höhe von über 4000 Metern überleben. Eine andere Strategie ist es den unwirtlichen Winter zu verschlafen und von seiner angefressenen Speckschicht zu zähren wie das Murmeltier.



Rückkehr der Räuber
In der Zeit des römischen Reiches wurden die Alpen als „montes horribilis“ bezeichnet, wo sich rabiate Barbaren und räuberisches Getier herumtreiben. Statt Höhlenbären zu jagen und Wurzeln zu sammeln wie die Neandertaler, züchteten die Menschen, die den Alpenraum nach der Eiszeit besiedelten, Vieh und bestellten Äcker. Diese Revolution brachte die Menschen in eine scharfe Konkurrenz mit Wölfen, Bären, Luchsen, Fischotter, Stein- und Bartgeier. Die großflächige Zerstörung ihrer Lebensräume und die gnadenlose Verfolgung dieser 'Bestien' drängte diese Arten in einige wenige Refugialräume oder führte zur völligen Ausrottung. Erst langsam erobern der einst verteufelte Wolf, Fischotter und Steinadler die Alpen zurück, der Mensch hilft mit Wiederansiedlungsprojekten bei Bär, Luchs und Bartgeier.



Making of
Nachdem im 'Im Reich des Steinadlers' die letzte Klappe gefallen war, lagen fünf Jahre Produktionszeit hinter uns. Wir hatten 650 Drehtage absolviert, dabei 48 km Film verdreht und 350.000 Höhenmeter erstiegen. Auf insgesamt 57 Gipfeln haben wir 25 Sonnenuntergänge erlebt und unzählige Stunden auf ein Unwetter gewartet. Wir sind unter eine Lawine gekommen, bei minus 26 °C in einen Fluß eingebrochen und mußten tagelang bei Stürmen bis zu 160 km/h ausharren. Doch die härteste Prüfung: 20 Wochen endloses Warten in Tarnzelten, Erdbunkern und Schneeverstecken. Ein quälender Kampf gegen die Langeweile und oft ohne Erfolg für einige magische Momente: die erste Geburt eines Wolfes, das Erwachen einer Murmeltierfamilie nach 8 Monaten Winterschlaf oder das geheime Leben der Schneemäuse in 4000 m Seehöhe.



Fotos: Copyright by ScienceVision

   Zurück