Deutsch | English

   » UNIVERSUM
   » Dokumentation
   » IMAX Film


   » News
     
Gipfelstürmer und Wüstenfüchse

Get the Flash Player to see this player.


→ shop

Abenteurer und Forscher in Hitlers Diensten

Heinrich Harrer, Ladislaus Almasy und andere: Ihre Expeditionen in den Himalaya und die Sahara sind bis heute Legende. Zuerst benutzten diese Abenteurer und Forscher das NS-Regime für ihre ehrgeizigen Pläne, später wurden sie selbst benutzt: zuerst als propagandistische Botschafter, die das „Herrenmenschentum“ in ferne Kontinente tragen sollten, dann als Soldaten von Sonderkommandos und Spione an entlegenen Kriegsfronten in Afrika oder Zentralasien.


Buch und Regie: Tom Matzek
Kamera: Ralf Rabenstein
Ton: Michael Hensel
Schnitt: Willy Leitgeb
Tonmischung: Florian Camerer
Musik: Kurt Adametz

Eine Produktion des ORF


Exotische Expeditionen – sie begeisterten in der Zwischenkriegszeit nicht nur eine Bevölkerung, die selbst nicht reisen konnte, sondern auch die ideologischen Vordenker des Nationalsozialismus.


So dienten die Berge des Himalaya als idealer Schauplatz, um im Gipfelsturm die Überlegenheit der „arischen Herrenrasse“ zu demonstrieren - zumal der Himalaya auch als Ur-Heimat der „Arier“ galt.


Die besten heimischen Bergsteiger wie Eiger-Nordwand-Erstbesteiger Heinrich Harrer oder Kaukasus-Pionier Rudolf Schwarzgruber wurden in diese Propagandaschlacht am Berg geschickt. Wenige Jahre später wurden die alpinistischen Fähigkeiten der Himalaya-Stars im Krieg gebraucht – für den halsbrecherischen Gebirgseinsatz im Kaukasus – die Entlastungsoffensive für Stalingrad.


Auch für den Himalaya selbst gab es militärische Pläne. Die Tibeter sollten als Verbündete gewonnen werden, um einen Guerilla-Kampf gegen Britisch-Indien zu führen.


Während aus diesem Plan à la Lawrence von Arabien in Tibet nichts wurde, gelang ein solches Kommandounternehmen in der Sahara umso besser. Die sogenannte Operation Salam gilt als Husarenstück in der Geschichte des deutschen Afrika-Feldzugs.


Möglich wurde sie, weil ein Altösterreicher sie durchführte, der in Friedenszeiten zu den besten Kennern der ägyptischen Sahara zählte: Ladislaus Almasy.


Aus dem Kino als „Der englische Patient“ bekannt, brachte Almasy Nazi-Agenten auf entlegenen Routen mitten durch die Wüste an britischen Linien vorbei ins Niltal.


ORF-Dokumentarist Tom Matzek, Himalaya-Bergsteiger Bruno Baumann, Sahara-Experte und Schriftsteller Raoul Schrott sowie die kanadische NS-Expertin Heather Pringle unternahmen für diesen Film selbst Expeditionen an die Originalschauplätze.


Auf den Spuren der historischen Unternehmungen wurde in der Zentral-Sahara, in den bolivianischen Anden und im Gharwal-Himalaya gedreht.


Dabei zeigte sich, dass die Spuren des Krieges auch heute präsent sind: nach wie vor existieren die Gebäude jenes Internierungslagers, in dem Heinrich Harrer von den Briten von 1939-1944 gefangen gehalten wurde – beschrieben im Bestseller „Sieben Jahre in Tibet“.


Ein besonderer Fund gelang dem ORF-Expeditionsteam in der ägyptischen Sahara auf den Spuren der „Operation Salam“. Mithilfe des Fahrtenbuchs von Ladislaus Almasy, von Satellitenfotos und englischen Militärkarten wurde ein geheimes Versorgungsdepot gesucht – und gefunden.


Ein Wehrmachtskanister, Autoreifen, Teile einer LKW-Plane und eine Uniformjacke überdauerten mehr als 60 Jahre im Wüstensand als Überreste einer der spektakulärsten Geheimdienstoperationen des Zweiten Weltkriegs.

Fotos: Copyright by ORF

   Zurück